Der Tanz und das Theater in Spanien

Im Spanien des XVI. und XVII. Jahrhunderts kommen die volkstümlichen Tänze auf die Bühnen und werden in Schwänken, Singspielen, Zwischenspielen und Zwischenakten von den sogenannten Komikerinnen und Komikern – den ‘Cómicas und Cómicos’ – aufgeführt. Es entsteht ein reger Austausch zwischen den professionellen und den volkstümlichen Tänzerinnen und Tänzern. Für die Bühne werden die Tänze von den Profis verfeinert und ausgearbeitet, das Publikum schaut das wieder ab und verwendet diese veränderten Formen auf ihren Festen mit wieder einem eigenen Stil. Die ‘Cómicas und Cómicos’ schauen sich diese Veränderungen auch wieder ab und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Bestimmte Tänze sind eine zeitlang sehr beliebt, werden dann aber für neue Tänze wieder vergessen. Aber die Schritte und Bewegungen bleiben. So werden im XVI. und vor allem im XVII. Jahrhundert die Schritte und Bewegungen entwickelt, die ab dem Ende des XVIII. Jahrhunderts benutzt werden für die Entwicklung der Vorformen der ersten Flamencotänze. Und dieses Schrittmaterial wird zum großen Teil heute noch benutzt, wenn auch weiter entwickelt.

Man weiß wenig über die ‘Cómicas und Cómicos’, die die Tänze der Straße auf die Bühne holten.

Flamencogeschichte & Theorie

Thema am 20. Januar

Flamencogeschichte: Bedeutende Bailaores der Zeit der Café Cantantes und die Tanzstile

Flamencotheorie: aus der Stilgruppe der Soléa –  Caña und Polo.

Die nächsten Termine: 20.01., 17.02. und 17.03.2022

Dauer 60 Minuten

Mit Zehnerkarte oder Einzelbon

Bei Interesse bitte anmelden unter info@amparo.de oder per Telefon 030-784 56 66 spätestens 4 Tage vor dem jeweiligen Termin.

Erste Zeugnisse zur spanischen Tanzgeschichte gibt es bereits im II. Jh. v.C. mit Schilderungen zu den Turdetanerinnen – den’ Gaditanas’ – und der legendären Telethusa. In Spanien wird immer getanzt. Die Begeisterung für verschiedene Tanzformen auch aus anderen Ländern ist über die Jahrhunderte ungebrochen. Neue Tanzformen wurden in die Volkstänze und in die Bühnentänze übernommen und angepasst. Diese Vorgeschichte der Entwicklung des Flamencotanzes haben wir bereits ausführlich behandelt.
Durch die immer stärker werdende Popularität der volkstümlichen Tänze und Musik Ende des XVIII. Jh. entwickelt sich in den Tanzschulen, den Academias de Baile, ein zunehmendes Interesse an Tanzvorführungen zunächst der Schüler dieser Akademien mit öffentliche Proben. Vermutlich bemerkten die Tanzschulbesitzer das gesteigerte Interesse an Tanzvorführungen – ‘Bailes del Candil’ – bei den sogenannten ‘Veladas’ – Abendgesellschaften, Soiréen – und erkannten die finanziellen Möglichkeit. Es werden professionelle Tänzer eingeladen an diesen Vorstellungen mitzuwirken und dann lädt man auch die Ensembles der Roma dazu ein. Die Touristen – die ‘Inglismanglis’ (heute ‘Giris’) – dieser Zeit, die Romantischen Reisenden, gehen in diese Vorstellungen. Es werden Plakate gedruckt und an Hotels und Pensionen verteilt. Das Interesse gilt dem Tanz, der Gesang ist Begleitung und die Gitarre als Begleitinstrument nicht obligatorisch. Oft ist es auch eine Violine. Die Tänze heißen, bailes nacionales, bailes andaluzas, bailes del País, bailes de palillos.

Aus diesen Akademien entwickeln sich die Salons, die ‘Salones de Baile’ und daraus etwas später die ‘Café Cantantes’. Welche Tänzerpersönlichkeiten kennt man aus dieser Zeit und weiß man, wie und was sie getanzt haben? Am 20.01. geht es um bedeutende Bailaores in der Blütezeit der Café Cantantes und das Repertoire an Stilen dieser Zeit. In der Flamencotheorie beschäftigen wir uns weiter mit den Stilen Caña und Polo.

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